Villa in Frankreich: Beginn der Innenraumplanung und Grundrissgestaltung
Wir beginnen mit der Planung einer Villa in Frankreich: 3D-Scan und BIM-Modell, Grundrissplanung, Materialauswahl für das lokale Klima und Vorbereitung der Landschaftsplanung für das anspruchsvolle Hanggrundstück.

Wir haben mit der Arbeit an einem neuen Projekt begonnen – einer Villa in Südfrankreich, die an einem Berghang unweit der Küste liegt.
Das Projekt befindet sich derzeit in einer frühen Phase. Wir analysieren das bestehende Gebäude, erstellen ein präzises digitales Modell und entwickeln die ersten funktionalen und räumlichen Lösungen. Gleichzeitig müssen bereits Entscheidungen zur Materialwahl getroffen und die spätere Landschaftsgestaltung des Grundstücks berücksichtigt werden.
Mehrere Besonderheiten beeinflussen die Architektur und die Innenraumplanung unmittelbar: die komplexe Topografie des Grundstücks, die ungewöhnliche Erschließung des Hauses, das lokale Klima, die saisonale Nutzung der Villa sowie Einschränkungen bei Lieferzeiten und Bauarbeiten.
3D-Scanning und Erstellung des BIM-Modells
Einer der ersten Arbeitsschritte war ein 3D-Scan der bestehenden Innenräume der Villa.
Die dabei erfassten Daten werden derzeit in eine dreidimensionale Arbeitsumgebung übertragen, in der ein BIM-Modell des Gebäudes entsteht. Dieses Modell bildet die digitale Grundlage für die weitere Entwicklung der Grundrisse, des Interior Designs und der technischen Lösungen.
Bei der Arbeit mit einem bestehenden Gebäude ist diese Genauigkeit besonders wichtig. Statt uns ausschließlich auf vorhandene Pläne zu verlassen, können wir mit der tatsächlichen Geometrie des Hauses arbeiten und bestehende Wände, Öffnungen, Höhen und andere räumliche Bedingungen bei der Planung berücksichtigen.
Umgekehrte Raumorganisation: von oben nach unten
Eine der interessantesten Besonderheiten dieser Villa ergibt sich aus ihrer Lage am Hang.
Die Straße und die Zufahrt zum Grundstück befinden sich oberhalb des Hauses. Man erreicht das Grundstück also von oben und bewegt sich anschließend den Hang hinunter.
Dadurch kehrt sich die klassische Organisation eines zweigeschossigen Hauses um.
Normalerweise befinden sich Küche, Wohnzimmer und gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche im unteren Geschoss, während Schlafzimmer und private Räume darüber angeordnet sind. Bei dieser Villa ist es genau umgekehrt.
Der Zugang zum Haus erfolgt über die obere Ebene. Deshalb befinden sich dort das Wohnzimmer, die Küche und der zentrale gemeinschaftliche Aufenthaltsbereich. Die Schlafzimmer und weiteren privaten Räume liegen eine Ebene darunter.
Die Verteilung der Funktionen zwischen den Geschossen folgt damit keinem konventionellen Hausschema, sondern den konkreten Bedingungen des Grundstücks.
Das ist ein wichtiger Grundsatz dieses Projekts: Statt das bestehende Gebäude an eine Standardlösung anzupassen, nutzen wir die Topografie und die natürliche Bewegung über das Grundstück als Ausgangspunkt für die Innenraumplanung.
Entwicklung der Grundriss- und Raumplanung
Derzeit arbeiten wir diese Struktur detailliert aus.
Dabei müssen wir den Weg von der Zufahrt über das Grundstück bis zum Eingang ebenso berücksichtigen wie die anschließende Bewegung zwischen den gemeinschaftlichen und privaten Bereichen der Villa. Gleichzeitig analysieren wir die Beziehungen der einzelnen Räume zueinander und ihre Verbindung mit der umgebenden Landschaft.
Die Grundrissplanung lässt sich deshalb nicht isoliert innerhalb der bestehenden Außenwände betrachten.
Straßenlage, Höhenunterschiede, Zugangspunkte, vorhandene Architektur und die zukünftige Landschaftsgestaltung beeinflussen die Raumorganisation gleichzeitig.
In dieser Phase entsteht die grundlegende Logik des Hauses, auf der später die gestalterischen, technischen und materiellen Entscheidungen aufbauen werden.
Materialwahl für Klima und saisonale Nutzung
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Auswahl der Materialien.
Die Villa ist nicht für eine dauerhafte Nutzung vorgesehen. Im Laufe des Jahres wird sie zeitweise unbewohnt sein, wodurch die Temperaturen und das Raumklima deutlich schwanken können.
Deshalb müssen Materialien nicht nur nach ihrer ästhetischen Wirkung beurteilt werden, sondern auch danach, wie sie sich unter den lokalen klimatischen Bedingungen und bei unregelmäßiger Nutzung des Gebäudes verhalten.
Das betrifft Oberflächenmaterialien, Holz, Naturstein, Verkleidungen und andere Elemente des zukünftigen Innenraums. Lösungen, die in einer dauerhaft bewohnten Wohnung oder einem Haus mit stabilem Innenraumklima problemlos funktionieren, lassen sich nicht automatisch auf ein saisonal genutztes Gebäude übertragen.
Die Materialwahl wird damit zu einem Bestandteil der technischen Logik des Projekts und nicht nur zu einer gestalterischen Entscheidung.
Warum die Materialien bereits jetzt ausgewählt werden müssen
Auch der Zeitfaktor spielt bei diesem Projekt eine wichtige Rolle.
Obwohl die Innenraumplanung gerade erst begonnen hat, müssen wesentliche Materialien relativ früh festgelegt werden. Bei der Realisierung in Frankreich sind Produktions- und Lieferzeiten zu berücksichtigen. Zu spät getroffene Entscheidungen können daher den gesamten Bauablauf beeinflussen.
Hinzu kommen saisonale Einschränkungen für Renovierungs- und Bauarbeiten in dieser touristisch geprägten Region. Bis September sind entsprechende Arbeiten eingeschränkt beziehungsweise nicht möglich. Deshalb muss die Planungsphase besonders effizient genutzt werden.
Mehrere Prozesse laufen bereits parallel: die Erstellung des BIM-Modells, die Entwicklung der Grundrissplanung und die Vorauswahl der Materialien.
So können zentrale Entscheidungen frühzeitig getroffen und die nächsten Projektphasen rechtzeitig vorbereitet werden.
Nächster Schritt: Landschaftsplanung am Hang
Ein eigenständiger und wichtiger Teil des Projekts wird die Gestaltung des Grundstücks rund um die Villa sein.
Das Haus befindet sich in einem anspruchsvollen, stark geneigten Gelände. Für die detaillierte Landschaftsplanung benötigen wir deshalb eine präzise topografische Vermessung mit Höhenangaben sowie einen weiteren Termin vor Ort.
Auf Grundlage dieser Daten können wir anschließend die vorhandenen Geländehöhen, Höhenunterschiede, Wegeführungen und die Beziehung zwischen Haus und Landschaft genauer bearbeiten.
Die Landschaftsplanung soll parallel zu den nächsten Phasen des Interior Designs entwickelt werden.
Dabei wird erneut dieselbe Besonderheit entscheidend, die bereits die Organisation der Villa bestimmt: Die Bewegung durch Haus und Grundstück erfolgt von oben nach unten. Innenraum, bestehende Architektur und Landschaft können deshalb nicht unabhängig voneinander geplant werden.
In diesem Projekt müssen sich diese Elemente schrittweise zu einem zusammenhängenden System entwickeln.
Dies ist erst der Anfang unserer Arbeit an der Villa. In den nächsten Beiträgen zeigen wir, wie sich die Grundrissplanung weiterentwickelt, welche Lösungen für den Innenraum entstehen, wie wir die Materialien auswählen und wie das Projekt zunehmend mit der komplexen Landschaft des Grundstücks verbunden wird.
